Osteoporose: So stärkst du deine Knochen mit Training und Ernährung
Knochen brauchen Belastung, um stark zu bleiben. Hier erfährst du, welches Training deine Knochen wirklich erreicht, was du besser vermeidest und was die Ernährung beitragen kann.
KI-bearbeitet
„Darf ich mit Osteoporose überhaupt noch Gewichte heben?" Diese Frage höre ich oft, und meistens schwingt Angst mit. Angst, dass der Knochen bricht, wenn man ihn belastet. Dabei ist es genau umgekehrt: Knochen brauchen Belastung, um stark zu bleiben. Wer sich aus Vorsicht schont, verliert oft schneller Knochenmasse, als ihm lieb ist.
Osteoporose ist eine Volkskrankheit, die lange still bleibt und oft erst mit dem ersten Knochenbruch auffällt. In diesem Beitrag erkläre ich, was in deinen Knochen passiert, wer besonders gefährdet ist und was die Ernährung beitragen kann. Den größten Raum bekommt der Teil, der in vielen Ratgebern zu kurz kommt: welches Training deine Knochen wirklich erreicht, was du besser vermeidest und warum Gleichgewichtstraining genauso wichtig ist wie Krafttraining.
Das Wichtigste in Kürze
- Knochen sind lebendes Gewebe. Sie werden ständig ab- und aufgebaut. Bei Osteoporose überwiegt der Abbau, die Knochen werden poröser und brechen leichter.
- Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, vor allem Frauen nach den Wechseljahren. Aber auch Männer erkranken.
- Knochen reagieren auf Belastung. Krafttraining, das wirklich fordert und Schritt für Schritt gesteigert wird, gibt deinen Knochen den stärksten Reiz. Schwimmen und Radfahren sind gesund, erreichen die Knochen aber kaum.
- Gleichgewichtstraining schützt vor Stürzen, und damit vor den meisten Knochenbrüchen.
- Rumpfbeugen und Drehungen unter Last solltest du bei Osteoporose vermeiden. Beugen aus der Hüfte statt mit rundem Rücken ist die sichere Alternative.
- Calcium, Vitamin D und Eiweiß sind die Basis. Calcium möglichst über das Essen, etwa 1000 mg am Tag.
- Diagnose und Medikamente gehören in ärztliche Hände. Training ersetzt keine Therapie, ist aber ein fester Teil davon.
Knochen leben: wie sich dein Skelett ständig umbaut
Viele stellen sich Knochen wie ein festes Gerüst vor, das einmal gebaut ist und dann einfach steht. Tatsächlich sind Knochen lebendiges Gewebe, das sich ein Leben lang umbaut. Zwei Zelltypen teilen sich die Arbeit: Die Osteoklasten bauen alten Knochen ab, die Osteoblasten bauen neuen auf. Beim Erwachsenen wird so jedes Jahr etwa ein Zehntel des Skeletts erneuert, rein rechnerisch also ungefähr alle zehn Jahre einmal komplett. Nicht überall gleich schnell: Die Wirbelkörper bauen sich schneller um als etwa der Schaft des Oberschenkelknochens.
Jeder Knochen besteht aus zwei Schichten. Außen liegt die Kompakta, eine dichte, harte Hülle, die vor allem in den langen Röhrenknochen große Kräfte trägt. Innen liegt die Spongiosa, ein schwammartiges Gitter aus feinen Knochenbälkchen. Sie verteilt die Kräfte und richtet sich nach der Belastung aus, die auf den Knochen wirkt. Genau dieses Gitter wird bei Osteoporose zuerst dünner, und genau hier setzt später das Training an.
Knochen sind außerdem dein Calciumspeicher: Rund 99 Prozent des Calciums im Körper stecken in Knochen und Zähnen. Wird über die Nahrung zu wenig geliefert, holt sich der Körper das Calcium aus diesem Speicher, denn Muskeln, Nerven und Herz brauchen es dringender.
Bis etwa zum 30. Lebensjahr überwiegt der Aufbau, dann ist die höchste Knochenmasse erreicht. Danach geht es langsam bergab. Wie stark, hängt von Genen, Hormonen, Ernährung und Bewegung ab. Je mehr Knochenmasse du in jungen Jahren aufgebaut hast, desto mehr Reserve hast du später.
Was Osteoporose ist
Osteoporose, im Volksmund Knochenschwund, ist eine Erkrankung des ganzen Skeletts. Die Knochenmasse nimmt ab, und die feine Struktur im Inneren wird löchriger. Die Knochen werden dadurch weniger belastbar und brechen schon bei Kräften, die ein gesunder Knochen locker aushält, etwa bei einem Sturz aus dem Stand oder manchmal sogar beim Heben einer Einkaufstasche.
Gemessen wird die Knochendichte meist mit einem speziellen Röntgenverfahren, der DXA-Messung. Das Ergebnis ist der T-Wert. Er vergleicht deine Knochendichte mit der junger, gesunder Erwachsener. Liegt er zwischen minus 1 und minus 2,5, spricht man von Osteopenie, also einer verminderten Knochendichte, die noch keine Osteoporose ist. Ab minus 2,5 spricht man von Osteoporose. Für die Behandlung schauen Ärztinnen und Ärzte heute aber nicht nur auf diese eine Zahl, sondern auf dein gesamtes Bruchrisiko.
In Deutschland leben rund sechs Millionen Menschen mit Osteoporose. Etwa jede dritte Frau und jeder fünfte Mann erleiden im höheren Alter einen Knochenbruch, der mit Osteoporose zusammenhängt. Das zeigt auch: Osteoporose ist keine reine Frauenkrankheit, bei Männern wird sie nur seltener erkannt.
Wer besonders gefährdet ist
Der wichtigste Einzelfaktor bei Frauen sind die Wechseljahre. Östrogen bremst den Knochenabbau. Sinkt es, beschleunigt sich der Abbau, vor allem in den ersten Jahren nach der letzten Regelblutung. Dazu kommt das Alter selbst: Mit den Jahren baut der Körper langsamer auf, und oft bewegen wir uns weniger.
Weitere Risikofaktoren sind Bewegungsmangel, Untergewicht, Rauchen und viel Alkohol. Auch frühere Knochenbrüche ohne großen Unfall, häufige Stürze und ein Hüftbruch bei Mutter oder Vater erhöhen das Risiko. Bei den Erkrankungen spielen unter anderem rheumatoide Arthritis, Diabetes und Schilddrüsenüberfunktion eine Rolle. Und einige Medikamente können auf die Knochen gehen, allen voran Kortison als Tablette über längere Zeit, aber zum Beispiel auch bestimmte Mittel gegen Brustkrebs oder Epilepsie. Setz deshalb nie selbst ein Medikament ab, sondern sprich das Thema Knochen in deiner Praxis an.
Und der Kaffee, der oft auf solchen Listen steht? In normalen Mengen gilt er nach heutigem Wissen nicht als relevanter Risikofaktor. Ein paar Tassen am Tag sind kein Grund zur Sorge.
Warnzeichen: wenn der Knochen leise schwächer wird
Osteoporose tut nicht weh, solange nichts bricht. Genau das macht sie so tückisch. Oft ist der erste Hinweis ein Knochenbruch bei einem Anlass, der eigentlich harmlos war: ein Sturz aus dem Stand, ein Fehltritt, ein Stoß. Typisch sind Brüche am Handgelenk, am Oberarm, an der Hüfte und an den Wirbelkörpern.
Wirbelkörperbrüche bleiben dabei häufig unbemerkt oder werden für ganz normale Rückenschmerzen gehalten. Hinweise können sein: Du wirst messbar kleiner, der obere Rücken rundet sich, die Kleidung sitzt anders, oder plötzliche Rückenschmerzen treten ohne klaren Auslöser auf. Wenn dir so etwas auffällt, lass es ärztlich abklären.
Diagnose und ärztliche Behandlung
Die deutsche Leitlinie empfiehlt eine Abklärung für Frauen nach den Wechseljahren und Männer ab 50, wenn bestimmte Risikofaktoren zusammenkommen, nach einem Knochenbruch ohne großen Unfall und ab etwa 70 Jahren eher großzügig. Dazu gehören ein ärztliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung, Blutwerte und die Knochendichtemessung.
Die Krankenkasse übernimmt die Messung, wenn ein begründeter Verdacht besteht oder das Ergebnis für die Entscheidung über eine Therapie gebraucht wird. Als reine Früherkennung ohne Verdacht ist sie eine Selbstzahlerleistung. Was in deinem Fall gilt, besprichst du am besten in deiner Hausarztpraxis oder orthopädischen Praxis.
Die Behandlung ruht auf mehreren Säulen: ausreichend Calcium und Vitamin D, regelmäßige Bewegung mit Kraft- und Gleichgewichtstraining, Sturzvorbeugung und, wenn das Bruchrisiko hoch ist, Medikamente. Diese bremsen entweder den Knochenabbau oder regen den Aufbau an. Welche Therapie für dich passt, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt. Mein Part beginnt danach: dafür zu sorgen, dass die Säule Bewegung wirklich trägt.
Ernährung für starke Knochen
Calcium
Die Leitlinie empfiehlt bei Osteoporose etwa 1000 mg Calcium am Tag, und zwar möglichst über das Essen. Gute Quellen sind Milch, Joghurt und vor allem Hartkäse, dazu grünes Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl und Rucola, Mandeln, Sesam und Hülsenfrüchte. Ein unterschätzter Helfer ist Mineralwasser: Steht „calciumreich" auf dem Etikett, enthält es mehr als 150 mg pro Liter. Präparate kommen nur dann ins Spiel, wenn das Essen nicht reicht, und dann lieber in kleineren Portionen über den Tag verteilt als in einer großen Dosis.
Vitamin D
Es sorgt dafür, dass Calcium aus dem Darm aufgenommen und in den Knochen eingebaut wird. Den größten Teil bildet die Haut selbst, wenn Sonne darauf scheint. In den Wintermonaten und im höheren Alter reicht das oft nicht. Über das Essen kommt nur wenig, am meisten aus fettem Fisch wie Hering, Lachs oder Makrele. Ob du ein Präparat brauchst und in welcher Dosis, klärst du am besten ärztlich. Von sehr hohen Einmaldosen rät die Leitlinie ausdrücklich ab.
Eiweiß
Eiweiß braucht nicht nur der Muskel, sondern auch der Knochen. Und ein starker Muskel schützt den Knochen doppelt, weil er ihn belastet und weil er Stürze verhindert. Ab 65 Jahren empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 1,0 g Eiweiß pro kg Körpergewicht am Tag, bei 70 kg also etwa 70 g. Gute Quellen sind Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Fisch, Eier, Tofu und Fleisch.
Weitere Helfer
Auch Magnesium, Vitamin K und Zink sind am Knochenstoffwechsel beteiligt. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung mit Vollkorn, Nüssen, grünem Gemüse und Hülsenfrüchten bekommst du davon in der Regel genug. Wenn du dich fragst, ob ein Magnesiumpräparat sinnvoll ist, hilft dir mein Beitrag über Magnesium und seine verschiedenen Formen.
Weniger ist mehr
Viel Salz erhöht die Calciumausscheidung über die Nieren. Viel Alkohol schadet den Knochen direkt und erhöht obendrein die Sturzgefahr. Große Mengen Cola werden mit einer geringeren Knochendichte in Verbindung gebracht. Und Untergewicht ist für die Knochen ungünstiger als ein paar Kilo zu viel, deshalb sind strenge Diäten im Alter keine gute Idee.
Ein Gericht, das gleich mehrere Punkte vereint, ist zum Beispiel meine Brokkoli-Möhren-Quiche ohne Boden mit Brokkoli, Eiern und Käse. Weitere Ideen findest du bei meinen Rezepten. Wenn du deine Ernährung gezielt umstellen möchtest, unterstütze ich dich gern in meiner Ernährungsberatung.
Knochenstark essen, ohne Rechnerei?
Gemeinsam schauen wir, wie du Calcium, Vitamin D und Eiweiß ganz praktisch in deinen Alltag bringst.
Der Teil, den die üblichen Ratgeber auslassen: was Training mit deinen Knochen macht
„Bewegung ist gut für die Knochen" steht in fast jedem Ratgeber. Was selten dabei steht: Nicht jede Bewegung erreicht den Knochen. Knochen reagieren auf Verformung. Wenn Muskeln kräftig ziehen oder der Körper beim Auftreten abgebremst wird, verformt sich der Knochen minimal. Das spüren Zellen im Knochen und geben das Signal zum Aufbau. Entscheidend ist dabei, dass der Reiz stärker ist als das, was der Knochen aus dem Alltag gewohnt ist.
Daraus ergeben sich ein paar Dinge, die viele überraschen. Schwimmen und Radfahren sind wunderbar für Herz, Kreislauf und Gelenke, erreichen die Knochen aber kaum, weil das Körpergewicht getragen wird. Auch gemütliches Spazierengehen reicht für die Knochen meist nicht aus, so gut es für alles andere ist. Den stärksten Reiz setzt Krafttraining, das wirklich fordert und Schritt für Schritt gesteigert wird. Mit ein paar leichten Hanteln, die du locker zwanzigmal heben kannst, kommt beim Knochen wenig an. Spürbar fordernde Gewichte für die großen Muskelgruppen, vor allem Beine, Hüfte und Rücken, sind das, worauf es ankommt.
Viele erschrecken, wenn sie das hören. Die gute Nachricht: Studien mit Frauen nach den Wechseljahren, die bereits eine niedrige Knochendichte oder Osteoporose hatten, zeigen, dass angeleitetes, schweres Krafttraining mit sauberer Technik nicht nur sicher war, sondern die Knochendichte an Wirbelsäule und Hüfte verbessert hat, während sie in der Vergleichsgruppe mit sanftem Training weiter abnahm. Auch die Haltung wurde aufrechter. Das Zauberwort heißt dabei angeleitet: Die Teilnehmerinnen wurden langsam an die Gewichte herangeführt, die Technik wurde genau kontrolliert.
Neben Kraft kann auch Stoßbelastung den Knochen erreichen, etwa beim Fersenfall: Du stellst dich auf die Zehenspitzen und lässt dich bewusst auf die Fersen fallen. Für Menschen ohne Wirbelkörperbrüche können solche Übungen und kleine Sprünge eine gute Ergänzung sein. Ob sie für dich passen, klärst du am besten vorher ärztlich und lässt dich bei den ersten Versuchen anleiten.
Ganz ehrlich gesagt: Training macht aus einem osteoporotischen Knochen keinen jungen Knochen. Die Veränderungen in der Knochendichte sind messbar, aber eher klein. Zusammen mit kräftigeren Muskeln, besserer Haltung und besserem Gleichgewicht ergibt das aber genau das, worum es geht: weniger Stürze und weniger Brüche. Und es lohnt sich in jedem Alter anzufangen. Wie ich das mit älteren Klienten angehe, liest du auf der Seite Personal Training für Senioren.
Was du bei Osteoporose besser vermeidest
So wichtig Belastung ist, es gibt Bewegungen, die die Wirbelkörper ungünstig belasten. Das betrifft vor allem das Rundmachen des Rückens unter Last und das Verdrehen des Oberkörpers mit Gewicht oder mit Schwung. Klassische Sit-ups und Crunches, das Zehenberühren mit rundem Rücken und schnelle Drehbewegungen gehören bei Osteoporose deshalb nicht ins Training.
Im Alltag ist das mindestens genauso wichtig. Beim Heben eines Wasserkastens, beim Bettenmachen oder beim Herausholen der Wäsche aus der Maschine passiert das Rundmachen ganz nebenbei. Die sichere Alternative ist die Hüftbeuge: Du beugst dich aus der Hüfte, der Rücken bleibt lang, und die Kraft kommt aus den Beinen. Statt dich mit einer Last in den Händen zu drehen, machst du lieber ein paar kleine Schritte in die neue Richtung.
Diese Bewegungsmuster lassen sich trainieren, und genau das ist ein großer Teil meiner Arbeit. Die Hüftbeuge sieht einfach aus, fühlt sich für viele aber erst einmal fremd an. Mit etwas Übung wird sie zur Gewohnheit, und dann schützt sie deinen Rücken bei jeder Bewegung, auch wenn du gerade nicht daran denkst. Mehr dazu, wie du deinen Rücken im Alltag schützt, findest du auch in meinem Beitrag zum Training nach einem Bandscheibenvorfall.
Krafttraining mit Osteoporose, aber sicher
Ich zeige dir, wie du deine Knochen wirksam forderst, ohne deinen Rücken zu gefährden, im Home-Studio oder bei dir zu Hause.
Gleichgewicht: der unterschätzte Knochenschutz
Die meisten Knochenbrüche bei Osteoporose passieren nicht, weil der Knochen von allein bricht, sondern bei einem Sturz. Wer sicher auf den Beinen steht, schützt seine Knochen deshalb mindestens so wirksam wie mit jedem Calciumpräparat. Gleichgewicht lässt sich in jedem Alter trainieren, und es reagiert schnell auf Übung. Internationale Empfehlungen raten dazu, das Gleichgewicht am besten täglich ein paar Minuten zu fordern.
Das muss kein eigenes Training sein. Zähneputzen auf einem Bein, beim Warten an der Kasse das Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagern, barfuß über unterschiedliche Untergründe gehen: Solche kleinen Gewohnheiten summieren sich. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Füße, denn sie melden dem Gehirn ständig, wo dein Körper gerade steht. Warum Fußtraining dafür so viel bringt, liest du in meinem Beitrag über gesunde Füße.
Und dann ist da noch die Wohnung. Lose Teppiche, Kabel auf dem Boden, schlechtes Licht im Flur und fehlende Haltegriffe im Bad sind klassische Stolperfallen. Bei meinen Hausbesuchen fällt mir das oft als Erstes auf, und manchmal ist das Wegräumen eines Teppichs der schnellste Knochenschutz überhaupt.
Drei Übungen für den Einstieg
Die folgenden Übungen sind ein guter Anfang. Bevor du mit einem Trainingsprogramm startest, lass deine Belastbarkeit ärztlich oder physiotherapeutisch einschätzen, vor allem, wenn du schon einen Knochenbruch hattest. Steigere langsam und achte auf saubere Ausführung statt auf möglichst viele Wiederholungen.
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Kniebeuge
Die Kniebeuge kräftigt Beine und Gesäß, belastet Hüfte und Wirbelsäule in aufrechter Haltung und trainiert genau die Bewegung, die du zum Aufstehen, Hinsetzen und Heben brauchst.
So geht's: Stell dich hüft- bis schulterbreit hin, die Zehen zeigen leicht nach außen. Spann den Bauch an und halte den Rücken lang. Schieb das Gesäß nach hinten, als würdest du dich auf einen Stuhl setzen, die Knie folgen dabei der Richtung der Zehen. Geh so tief, wie du den Rücken gerade halten kannst, und drück dich über die ganze Fußsohle wieder nach oben. Am Anfang hilft ein Stuhl hinter dir als Orientierung. Später kommen Gewichte dazu, denn erst dann wird es für den Knochen richtig interessant.
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Einbeinstand mit Armbewegung
Diese Übung trainiert vor allem dein Gleichgewicht und damit deine Sicherheit gegen Stürze.
So geht's: Stell dich aufrecht hin, am Anfang neben eine Stuhllehne oder Arbeitsplatte, an der du dich festhalten kannst. Verlagere das Gewicht auf ein Bein und heb das andere leicht an, das Standbein ist leicht gebeugt, das Becken bleibt gerade. Beweg dann die Arme: abwechselnd nach vorn und hinten, seitlich auf und ab wie Flügel oder in kleinen Kreisen. Halte 20 bis 30 Sekunden und wechsle dann das Bein. Wird es leicht, schließ kurz die Augen oder stell dich auf ein Kissen.
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Rückenstrecker (Superman)
Die Muskeln entlang der Wirbelsäule halten dich aufrecht und wirken einem Rundrücken entgegen. Sie zu kräftigen gehört bei Osteoporose zu den wichtigsten Übungen überhaupt.
So geht's: Leg dich auf den Bauch, die Arme nach vorn gestreckt, die Stirn auf einem kleinen Handtuch. Heb Arme und Beine nur wenige Zentimeter vom Boden ab, der Blick bleibt nach unten gerichtet, der Nacken lang. Halte kurz und leg dich wieder ab. Es geht nicht um ein großes Hohlkreuz, sondern um eine kleine, kontrollierte Bewegung. Fällt dir das Liegen auf dem Bauch schwer, geht eine ähnliche Übung auch im Vierfüßlerstand.
Wie oft? Krafttraining mindestens zweimal pro Woche, Gleichgewicht am besten täglich, die Rückenstrecker gern regelmäßig zwischendurch. Und weil der Knochen nur auf Reize reagiert, die ihn fordern, gehört zum Krafttraining irgendwann mehr als das eigene Körpergewicht. Genau dieser Schritt ist der, bei dem eine Anleitung am meisten bringt. Ein individueller Plan in meinem Personal Training hilft dir, ihn sicher zu gehen.
Kluge Belastung statt Schonung
Osteoporose ist kein Schicksal, dem du hilflos zusehen musst. Deine Knochen bauen sich ein Leben lang um, und sie reagieren auf das, was du ihnen abverlangst. Die ärztliche Diagnose und, wenn nötig, Medikamente sind die eine Seite.
Die andere Seite liegt in deiner Hand: genug Calcium, Vitamin D und Eiweiß, ein Krafttraining, das deine Knochen wirklich fordert, tägliches Gleichgewichtstraining und ein Alltag ohne unnötige Stolperfallen. Und ein Rücken, der sich lieber aus der Hüfte beugt als rund zu werden. Schonung ist bei Osteoporose selten die Lösung, kluge Belastung dagegen fast immer.
Häufige Fragen zu Osteoporose und Training
Welcher Sport ist bei Osteoporose am besten?
Am meisten bringt eine Kombination aus Krafttraining, das Schritt für Schritt gesteigert wird, und täglichem Gleichgewichtstraining. Krafttraining setzt den stärksten Reiz für die Knochen, Gleichgewichtstraining schützt vor Stürzen. Ausdauersport ergänzt das gut für Herz und Kreislauf.
Darf ich mit Osteoporose Krafttraining machen?
Ja, Krafttraining ist sogar einer der wichtigsten Bausteine. Studien zeigen, dass angeleitetes, forderndes Krafttraining auch bei niedriger Knochendichte sicher sein kann. Lass deine Belastbarkeit vorher ärztlich einschätzen und steigere die Gewichte langsam mit sauberer Technik.
Welche Übungen sollte ich bei Osteoporose vermeiden?
Vor allem Bewegungen, bei denen der Rücken unter Last rund wird oder sich mit Gewicht oder Schwung verdreht, etwa Sit-ups, Crunches oder Zehenberühren mit rundem Rücken. Besser ist es, sich aus der Hüfte zu beugen und sich mit kleinen Schritten statt mit einer Drehung zu wenden.
Ist Schwimmen gut bei Osteoporose?
Für Herz, Kreislauf und Gelenke ja, für die Knochen kaum. Im Wasser wird dein Körpergewicht getragen, der Knochen bekommt dadurch wenig Reiz. Schwimmen ist deshalb eine schöne Ergänzung, ersetzt aber kein Krafttraining.
Kann man Osteoporose wieder rückgängig machen?
Komplett meist nicht, aber die Knochendichte kann sich mit Medikamenten und gezieltem Training verbessern oder zumindest stabil bleiben. Noch wichtiger ist das eigentliche Ziel: Knochenbrüche zu verhindern. Dazu tragen kräftige Muskeln und ein gutes Gleichgewicht viel bei.
Wie viel Calcium brauche ich bei Osteoporose?
Die Leitlinie empfiehlt etwa 1000 mg am Tag, möglichst über das Essen, zum Beispiel aus Milchprodukten, Hartkäse, grünem Gemüse, Mandeln und calciumreichem Mineralwasser. Präparate kommen nur in Frage, wenn die Ernährung nicht reicht.
Brauche ich bei Osteoporose Vitamin D als Tablette?
Häufig ja, weil die Haut vor allem im Winter und im Alter nicht genug Vitamin D bildet. Ob und in welcher Dosis, entscheidest du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Von sehr hohen Einmaldosen rät die Leitlinie ab.
Ab wann sollte ich meine Knochendichte messen lassen?
Die Leitlinie empfiehlt eine Abklärung für Frauen nach den Wechseljahren und Männer ab 50, wenn Risikofaktoren zusammenkommen, nach einem Knochenbruch ohne großen Unfall und ab etwa 70 Jahren eher großzügig. Sprich das am besten in deiner Hausarztpraxis an.
Zahlt die Krankenkasse die Knochendichtemessung?
Ja, wenn ein begründeter Verdacht auf Osteoporose besteht oder das Ergebnis für eine Therapieentscheidung gebraucht wird. Als reine Früherkennung ohne Verdacht musst du sie selbst bezahlen.
Können auch Männer Osteoporose bekommen?
Ja. Etwa jeder fünfte Mann erleidet im höheren Alter einen Knochenbruch, der mit Osteoporose zusammenhängt. Bei Männern wird die Erkrankung allerdings seltener erkannt.
Was ist der Unterschied zwischen Osteopenie und Osteoporose?
Beide beschreiben eine verminderte Knochendichte. Bei der Osteopenie liegt der T-Wert der Knochendichtemessung zwischen minus 1 und minus 2,5, ab minus 2,5 spricht man von Osteoporose. Eine Osteopenie ist ein guter Anlass, jetzt mit gezieltem Training zu beginnen.
Wie kann ich bei Osteoporose Stürzen vorbeugen?
Mit täglichem Gleichgewichtstraining, kräftigen Beinen und einer Wohnung ohne Stolperfallen wie lose Teppiche, Kabel oder schlechtes Licht. Auch gut sitzende Schuhe, eine aktuelle Brille und ein Blick auf Medikamente, die schwindelig machen, helfen.
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Dr. Annette Schimmel